kk - 17.05.2011
Feuerwehr übt mit dem MKC die Wasserrettung
Da die Feuerwehr auch zu Einsätzen der Wasserrettung alarmiert werden kann, wollten die Mitglieder in diesem ungewohnten Gebiet mehr Erfahrung sammeln, um nicht ihrerseits bei den Kollegen der DLRG oder der Wasserwacht um Hilfe ansuchen zu müssen. Bei der Feuerwehr dachte man sich, dass es bei uns im MKC sicher einige Freiwillige gibt, die sich als „Opfer“ für eine solche Übung zur Verfügung stellen.
Natürlich wollten sich einige der Aktiven diesen Spaß nicht entgehen lassen. So fanden sich Uli, Mike und ich eines Montag abends an der Strecke ein. Während wir auf die Feuerwehr warteten, malten wir uns schon einmal einige Szenarien aus. Wolli stand als Fotograf bereit, um alles sorgfältig zu dokumentieren. Nach einigem Warten erschien dann der Einsatzleiter um die verschiedenen Rettungsabschnitte zu besprechen. Uli sollte am Schott im Boot festhängen, Mike als Schwimmer die Lahn hinab treiben, getrennt von Paddel und Boot. Mir hatte man zugedacht in der Walze unterhalb der Brücke zu kentern, Boot und Paddel ebenfalls die Lahn hinabtreiben zu lassen und selbst in der Walze zu hängen.
Gesagt, getan. Mike wurde dann mit Hilfe eines sehr unförmigen Blechkastens, der sich Boot schimpfte und von einem schwitzenden Ruderer angetrieben wurde, aus der an diesem Tag bei Niedrigstwasser zum Glück sehr träge fließenden Lahn gefischt. Der dem Verunglückten lahnaufwärts entgegenkommende Ruderer wurde von einem Schwimmer im Trockenanzug begleitet, der als Treibanker wirkte und dem Ruderer das Leben zusätzlich erschwerte. Zum Glück für Mike (er hatte als Wanderfahrer keinen Neopren an) war die Lahn nicht all zu kalt, die Rettungsdecke in die er nach seiner Rettung gewickelt wurde, war ihm dennoch herzlich willkommen.
Die Rettung von Uli ging relativ rasch über die Bühne, auch wenn er einige Zeit warten musste, bis sich sein Retter endlich in seinen Trockenanzug gezwängt hatte. Immerhin wurde sein Helfer nicht selbst ein Opfer der Strömung und Fall für die Rettung, dennoch stellte er erstaunt fest, dass Wasser auch einmal flussaufwärts fließen kann, was der Paddler dann ein Kehrwasser nennt.Für die Rettung des in der Walze steckenden Paddlers wurde die Drehleiter vorgesehen. Es ist ungewöhnlich ein solches Ding einmal nach unten statt nach oben zu fahren, aber technisch möglich. Allerdings hatte der Drehleiterfahrer doch einige Zeit für die Positionierung benötigt. Der Wunsch des Einsatzleiters nicht mitzuhelfen war mir natürlich Befehl. Die einzige Mithilfe bestand darin, dass ich mich am Balken im Wasser festhielt, um nicht sofort aus der Walze gespült zu werden und auch gemütlich die Lahn hinab zu treiben. Demzufolge ignorierte ich als „Bewusstloser“ die Ansprache und die mir helfend gereichte Hand. Irgendwann wurde dann oberhalb von mir mit einem Seil hantiert. Aus Selbsterhaltungstrieb schob ich eine Schlaufe dezent zur Seite, die in Gefahr stand, sich mir um den Hals zu legen. Schließlich berührte eine zarte Hand die Schwimmweste und zupfte zaghaft daran, eine willkommene Gelegenheit einmal zu entspannen. Kaum hatte ich den Balken losgelassen, trieb ich friedlich auf dem Rücken dahin, die erstaunten Blicke meiner entschwindenden Retter auf mir spürend. Um Ihnen Gelegenheit zu geben mich auch zu retten, blieb mir nichts anderes übrig, als zurück zu schwimmen und wieder in der Walze Platz zu nehmen, dank des Neoprens war es ja angenehm warm. Jetzt konnte also endlich ein Karabiner am Träger der Schwimmweste befestigt werden und die beiden tapferen Feuerwehrleute zogen ihr Opfer langsam und schnaufend aus dem Wasser. Die Lage wurde so verändert, dass das Gesicht nach unten zeigte und die Feuerwehrleiter Richtung Ufer geschwenkt, allerdings so dicht über der Wasseroberfläche, dass ich den Kopf gelegentlich zur Seite drehen musste, damit ich atmen konnte. Dieser Missstand wurde bemerkt und der Verunfallte mit dem Oberkörper in den Korb der Drehleiter gezerrt. Fünfundsiebzig Kilo Lebendgewicht, plus Wildwasserausrüstung und Wasser in Neopren und Jacke bilden ein ordentliches Gewicht zum Üben.Die gemeinsame Nachbesprechung bei isotonischem Durstlöscher ergab dann, dass die Übung einen großen Lerneffekt hatte. Diesem Fazit wollten wir nicht widersprechen. Die Feuerwehr konnte die Abläufe durchgehen und sehen, was funktioniert hat und wo Schwierigkeiten und Grenzen liegen. Wir hatten einigen Spaß und waren froh, dass wir wussten, wie wir uns gegenseitig helfen können. |
Galerie: 5 Bilder

Foto: Wolfgang Küsters
Natürlich wollten sich einige der Aktiven diesen Spaß nicht entgehen lassen. So fanden sich Uli, Mike und ich eines Montag abends an der Strecke ein. Während wir auf die Feuerwehr warteten, malten wir uns schon einmal einige Szenarien aus. Wolli stand als Fotograf bereit, um alles sorgfältig zu dokumentieren. Nach einigem Warten erschien dann der Einsatzleiter um die verschiedenen Rettungsabschnitte zu besprechen. Uli sollte am Schott im Boot festhängen, Mike als Schwimmer die Lahn hinab treiben, getrennt von Paddel und Boot. Mir hatte man zugedacht in der Walze unterhalb der Brücke zu kentern, Boot und Paddel ebenfalls die Lahn hinabtreiben zu lassen und selbst in der Walze zu hängen.
Die Rettung von Uli ging relativ rasch über die Bühne, auch wenn er einige Zeit warten musste, bis sich sein Retter endlich in seinen Trockenanzug gezwängt hatte. Immerhin wurde sein Helfer nicht selbst ein Opfer der Strömung und Fall für die Rettung, dennoch stellte er erstaunt fest, dass Wasser auch einmal flussaufwärts fließen kann, was der Paddler dann ein Kehrwasser nennt.
Irgendwann wurde dann oberhalb von mir mit einem Seil hantiert. Aus Selbsterhaltungstrieb schob ich eine Schlaufe dezent zur Seite, die in Gefahr stand, sich mir um den Hals zu legen. Schließlich berührte eine zarte Hand die Schwimmweste und zupfte zaghaft daran, eine willkommene Gelegenheit einmal zu entspannen. Kaum hatte ich den Balken losgelassen, trieb ich friedlich auf dem Rücken dahin, die erstaunten Blicke meiner entschwindenden Retter auf mir spürend. Um Ihnen Gelegenheit zu geben mich auch zu retten, blieb mir nichts anderes übrig, als zurück zu schwimmen und wieder in der Walze Platz zu nehmen, dank des Neoprens war es ja angenehm warm. Jetzt konnte also endlich ein Karabiner am Träger der Schwimmweste befestigt werden und die beiden tapferen Feuerwehrleute zogen ihr Opfer langsam und schnaufend aus dem Wasser.
Die Lage wurde so verändert, dass das Gesicht nach unten zeigte und die Feuerwehrleiter Richtung Ufer geschwenkt, allerdings so dicht über der Wasseroberfläche, dass ich den Kopf gelegentlich zur Seite drehen musste, damit ich atmen konnte. Dieser Missstand wurde bemerkt und der Verunfallte mit dem Oberkörper in den Korb der Drehleiter gezerrt. Fünfundsiebzig Kilo Lebendgewicht, plus Wildwasserausrüstung und Wasser in Neopren und Jacke bilden ein ordentliches Gewicht zum Üben.
