kk - 09.06.2010

Jugendfahrt an Fronleichnam

Die geplante Jugendfahrt an den Lech - sie fiel ins Wasser, zu viel Wasser im Lech! Jürgen und Ulli hatten am Dienstag vor der Fahrt beschlossen, dass bei einem Pegel knapp unter Hochwassermarke und für Mittwoch gemeldeten starken Regenfällen eine Fahrt mit der Jugend an den Lech nicht in Frage kommt. Schließlich ist Zelten bei strömendem Regen auch nur etwas für die Harten und wer will schon in den Garten? Zwar war für Freitag wieder eine Wetterbesserung angesagt, aber wer traut einer längerfristigen Prognose?
Lech abgesagt heißt aber noch lange nicht, dass die Fahrt ganz abgesagt ist. Schnell wird ein Ersatzprogramm zusammengestrickt. So finde ich mich als großer Anfänger also am Donnerstag bei strahlendem Sonnenschein zwischen unseren kleinen Könnern auf der Wildwasserstrecke bei Hohenlimburg wieder. Die Fahrt hat sich gelohnt, die Strecke ist wirklich toll und ich habe genug Gelegenheit, das kleine 1x1 des Wildwasserfahrens zu üben: Traversieren, Kehrwasser ein- und ausfahren. Tja, schwups, beim Traversieren nicht genug gepaddelt und schon hänge ich im dicken Prallpolster an der Insel, aber nicht lange, eine unvorsichtige Bewegung und ich treibe Kiel oben die Strecke hinab. Prust, das Aussteigen hat schon mal geklappt, ah: Boot? Paddel? Beides schnell erwischt und - wie gewonnen so zerronnen - die Strömung ist viel heftiger als erwartet und das Boot fährt ohne mich weiter, sch... Ulli hat es schließlich wieder eingesammelt und die Jugend lästert etwas, nun ja, auch „Große“ machen Fehler. Die Jugend freute sich jedenfalls darüber, dass sie etwas kann und hatte ihren Spaß auf der Strecke. Große Wellen und eine Walze laden zum spielen und üben ein. Mittags wird lecker gegrillt und nach der Nachmittagsrunde schwimmen wir alle noch freiwillig ohne Boot und Paddel die ganze Strecke hinab. Eine riesen Gaudi!
Am Freitag fahren Jürgen und ich dann zusammen mit einigen unserer Kids in den Kletterwald nach Wetzlar. Sicher nicht ganz einem Kanuklub entsprechend, aber die Kids haben ihren Spaß (wir Großen auch), es ist ein ordentliches Training für das Gleichgewichtsgefühl und - wie ich am nächsten Tag merke - auch für die Muskulatur vom „Paulanermuskel“ aufwärts. Oh je, dabei meinte doch Ulli, ich wäre als Kletterer genau der Richtige, um da mitzufahren. Das war aber schon etwas deutlich anderes, als das gewohnte Felsklettern.
Schon bei der Vorbesprechung hat sich angedeutet, dass die Beteiligung der Jugend am Samstag etwas geringer sein wird. Das Problem war wohl, dass die Fahrt nach „Wandern“ roch und dieses Wort hat bei der Jugend leider einen etwas faden Geschmack. Auch eine Freundin hatte den Kopf geschüttelt, als sie gehört hat, was wir am Samstag vor hatten. Ich hatte es erst einmal etwas salopp mit Radfahren auf der Autobahn verglichen. Aber es versprach landschaftlich großartig zu werden (interessiert die Jugend allerdings meist weniger) und hatte für mich etwas Abenteuerliches an sich. Wir fuhren an den Rhein. Neben Felix und Georg waren von der Jugend noch Paulina und Wiebke mit von der Partie. Der Rhein ist nun wirklich ein großer Bach. Als wir am Ufer standen war zu sehen, dass er nicht nur ordentlich eingeschenkt war, sondern auch von der Strömung her einem der großen Alpenflüsse nicht nachstand. Nur die Schwälle und Kehrwasser des Lechs fehlten und die Landschaft war nicht ganz so großartig. Da das Umsetzen der Autos etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, setzten Hubsi und ich uns zunächst einmal in den schönen Biergarten des Bootshauses von Geisenheim, wo wir starten wollten. Felix und Georg kamen dann auf eine Cola und ein Eis noch zu uns.br /> Kaum waren wir fertig, es war schon Mittag, schon kamen die Fahrer zurück und wir sprangen in die Boote. Auch heute war herrliches Wetter und es war ordentlich warm. Die Strömung zeigte ihre Wirkung, die Kilometertafeln zogen wie im Flug an uns vorbei. Wer nun meint, auf dem Rhein wäre sonst nichts geboten, der irrt. Die großen Schiffe sorgen für ordentlich Wellen, auf denen man auch versuchen kann zu surfen. Hinter den Tonnen, die das Fahrwasser markieren, bilden sich Kehrwasser, die Hubsi zusammen mit Felix im Topo-Duo auch ab und zu zum Kehrwasserfahren genutzt hat. Mittagspause machen wir schließlich an der Kaiserpfalz bei Kaub, einer kleinen Burg auf einer noch kleineren Insel mitten im Rhein. Nach der Pause geht es dann noch an der Loreley vorbei bis nach St. Goarshausen. Nicht ganz zwei Stunden haben wir für die gut 30 km gebraucht, das gibt die mit Abstand schnellste Fahrt in meinem Fahrtenbuch. Nicht nur wir Erwachsenen sondern auch die Jugend schien mit dem Tag rund um zufrieden und der eine oder andere meinte, jetzt wäre man ja gerade eingefahren, warum die Fahrt denn nun schon zu Ende wäre.


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