Kristallklares Wasser, eiskalte Nächte, stahlblauer Himmel - das erwartet man für den Wildwasserurlaub im Herbst. Diesmal waren wir 13 Leute, Standort wieder Kobarid. Wieder Kobarid weil: es gab sehr wenig Wasser, die oberen Strecken liefen nicht. So blieben als paddelbare Strecken nur die Friedhofstrecke und ein kurzes Stück davor, sowie die anschließende Slalomstrecke. Ausserdem gibt es ja auch noch die Abseilstrecke, die auch bei sehr wenig Wasser geht. Auf Grund des geringen Wasserdrucks war auch für die Anfänger - nach einigen Tagen der Eingewöhnung - die Friedhofstrecke gut zu bewältigen.
Das anfänglich gute (warme) Wetter wurde mit Durchzug einer heftigen Kaltfront abrupt beendet. Zum Glück kam das Unwetter tagsüber, so konnten die Schäden recht schnell behoben werden. Auf unserer Seite blieben die Folgen zum Glück gering: gewässerte Stühle, ein eingerissenes Tarp, abmontierte Zelte. Der Campingplatz kam auch nicht ungeschoren davon: ein Baum musste dran glauben, viele Vorzelte von Dauercampern wurden in Mitleidenschaft gezogen. Schon wenige Stunden später besserte sich das Wetter - auch zur Freude unserer Wanderer. In den Folgetagen bestiegen sie u. a. zwei fette Berge (rund 1000 Meter Höhendifferenz) und wurden dafür mit einer grandiosen Fernsicht bis zur Adria belohnt.
Neben den sportlichen Aktivitäten kam auch diesmal die Kultur nicht zu kurz: Cevapcici und Forelle vom Grill, sowie die Wanderung zur Socaquelle gehörten genauso zum Programm wie der abschliessende Restaurantbesuch. Die gewaltigen Portionen waren nicht von allen zu schaffen; aber kein Problem: der Wirt versicherte uns, dass er sich um den Rest kümmern würde... Der größte Teil der Truppe macht sich am Samstag Richtung Hessen von dannen, während die anderen das restliche Wasser nutzten, um noch einmal Friedhof- und Slalomstrecke zu fahren. Wibke hat sich an einer Stelle klassisch in den Bach geschmissen. In dem Moment an dem sie prustend neben dem Boot auftauchen sollte, ist sie mit einem fetten Grinsen im Gesicht aufgerollt. Dieses feiste Grinsen hat sie bis zum Abend nicht mehr abgelegt.
Die erneute Kaltfront hatte sich schon im Laufe des Samstags angekündigt, aber dass es so dicke kam, hatten wir nicht gedacht. Auf der Heimreise war es in Österreich "leicht" winterlich. Den Zeitpunkt für unseren Herbstausflug haben wir wieder mal gut erwischt. Und nächstes Jahr?
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