rw - 14.04.2009

Ostern 2009 in Südfrankfreich

Schon früh stand fest wohin es diesmal gehen sollte: Nach Südfrankreich, dahin wo die Sonne scheint. Das umso mehr, da der Winter in Hessen diesmal schier endlos war. Der Termin rückte näher, die Wasserstände versprachen Dank der noch in Frankreich herumliegenden Schneemassen auch zu passen. Das erste Wunschziel Seealpen (Var) schied leider aus, da das Highlight der Gegend - die Daluisschlucht - durch einen Felssturz blockiert war und die Befahrung behördlicherseits verboten ist. Also zum Tarn: Wasser hatten wir da schon ewig nicht mehr und wenn das Wasser läuft...
Als Zeltplatz haben wir uns den Camping Pont du Tarn in Florac ausgesucht. Dieser Platz ist für die Befahrung der oberen Tarnstrecken gut gelegen, außerdem mündet bei Florac der Tarnon in den Tarn und der/die(?) Mimente in den Tarnon. Alles beides lohnende Nebenbäche des Tarn bei entsprechender Schüttung. Zum Zeltplatz: Eigentlich ok, nur: Obwohl sich der Platz zusehends füllte, waren nur zwei Klos offen, und man durfte nicht beim Zelt den Holzkohlengrill anwerfen. Dafür musste man mit allen Gedöns über den halben Platz dappern und an dem extra eingerichteten Grillpatz grillen. Wir haben einige Zeit gerätselt und sind dann zum Schluss gekommen, dass es nur daran liegt, dass der Campingplatz das Geschäft mit den im Shop erhältlichen Gasgrills ankurbeln will, denn - oh Wunder - damit darf überall gegrillt werden. Diese Vorschrift hat uns deshalb besonders gestört, weil es abends empfindlich kalt wurde und die wärmende Glut des Grills schon gut getan hätte. Hat sie auch: Denn nach dem Grillen haben wir unsere Grills einfach zu den Zelten zurückgetragen. Gegrillt haben wir schliesslich nicht mehr...
Wir waren diesmal ziemlich viele. Die meisten kamen im Laufe des Samstags an. Bei strahlendem Sonnenschein. Gepaddelt wurde an dem Tag nicht mehr, von der lange Anreise waren alle reichlich platt. Aber ein paar Mergèz auf den Grill und dazu ein Eimer Roter. Prima.
Am nächsten Tag ging es dann in die Tarnschlucht. Ganz leichtes Wildwasser, fast eine Wanderfahrt in grandioser Landschaft. Genau die richtigen Bedingungen, um die Kamera in den Bach zu schmeissen. Was weder in Norwegen, noch auf alpinen Sturzbächen gelungen ist, klapppte da ganz prima: das Ding war weg.
Danach am Montag ging es bei immer noch strahlendem Sonnenschein auf das kurze Stück oberhalb von Florac. Und weil es so schön war, sind wir das gleich noch einmal gefahren. Tags drauf fing es morgens leicht an zu regnen, die Temperaturen gingen natürlich auch gleich runter. Das hat uns aber nicht abgehalten das Stück oberhalb von Florac knapp unterhalb des hohen Wehres bis Florac zu fahren - inclusive der Schlucht von Corurès. Was hatten wir für einen feinen Pegel (225). Spass hat es gemacht. Direkt am Pegel stand unser Fanclub und hat Heldenfotos gemacht.
In den Folgetagen wurde das Wetter immer gruseliger, das gipfelte in der vorzeitigen Abreise am Samstag, noch vor Ostern. Zwar haben wir zuvor noch einiges gepaddelt und auch die Höhle "Aven Armand" haben wir uns gegeben, aber so hatten wir das nicht bestellt. Anscheinend unbeeindruckt von den äußeren Einflüssen hat sich unser Wandertrupp (zu Fuß) gezeigt. Täglich sind Robert und Holger losgezogen und haben in stundenlangen Wanderungen die nähere und weitere Umgebung von Florac erkundet. Samstag vor der Abreise haben wir noch einen Versuch unternommen und sind zum Tarnon gefahren. Aufgrund des Dauerregens stiegen die Pegel beachtlich und der Tarnon zeigte sich im schönsten braun. Auf eine Befahrung haben wir dann verzichtet, das Wasser stieg munter weiter, Blitz und Donner versprachen eine weitere Zugabe.
In Hessen erwartete uns das eigentliche Südfrankreichwetter. Das war genau richtig, um den ganzen triefnassen Krempel zu trocknen. Fazit: Das Wetter kann einen Urlaub wirklich vermiesen. Nur gut, wenn dann die Truppe so prima ist und das Beste draus macht. Wie sagte Wolfgang so schön: Alleine für die Befahrung der Cocurès-Schlucht hat sich die Fahrt gelohnt...


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