rw - Juli 2008

MKC Sommerurlaub 2008

Nur ein kleines Grüppchen, bestehend aus Hubertus, Uli und Fam. Wagner hat sich auf den Weg über den Brenner gemacht. Diesmal ging es ins Val di Sole zum Paddeln. Die wenigsten werden wissen, dass durch dieses Tal einer der ganz wenigen Alpenflüsse donnert, der auf rund 40 km durchgängig fahrbar ist. Im Prinzip...
Es handelt sich dabei um den (oder die?) Noce. Gefahren werden normalerweise zwei Standardstrecken, die Schwierigkeiten liegen bei WW III bis IV. Am Ende der jeweiligen Strecken, auf denen viel geraftet wird, liegen kurze Katarakte, bzw. Schluchten, die um einiges darüber liegen. Dazu entwässern in den Noce noch einige Nebenbäche. Ein Revier also für unsere Kragenweite, so dachten wir jedenfalls.
Als Standort hatten wir uns einen Zeltplatz im Rabbies-Tal ausgesucht. Der Rabbies ist ein Nebenfluss des Noce und war für unsere Gruppe zu heftig. Der Zeltplatz war noch total leer (Vorsaison) und für italienische Verhältnisse sehr günstig. Einfach nur empfehlenswert.
Die erste Aktion war: Pegel peilen. Mittelwasser. Nach kurzer Beratschlagung entschieden wir uns für die obere Standardstrecke, sie erschien uns für den Anfang etwas leichter. Die ersten Kilometer waren noch leicht, fast wie Autobahn: ein andauernder Schwall, ganz leicht verblockt, sehr schnell. Am Ende dieses Teil dann eine niedrige Stufe, ganz rechts kann man dem riesigen Rücklauf noch einigermaßen entgehen. Und dann legt der Noce einen Schwierigkeitsgrad darauf. Herrliches Wildwasser, sehr schnell und wuchtig. Die wenigen Kehrwasser rasant. Dieser Abschnitt ist eigentlich nur WW III, aber permanent, ohne Pause. Ganz schnell ist dann die Slalom-Strecke erreicht. Hier legt der Fluss nochmal einen halben Grad drauf. An den folgenden Tagen haben wir hier immer Schluss gemacht, auf dem Stück danach geht's nämlich rund.

Aber am ersten Tag sind wir weiter gefahren. Auf der Slalomstrecke hatten wir einen kurzen Schwimmer, kommt vor. Ganz am Ende dieser Slalomstrecke - vor einigen Jahren fand hier die WM statt - ist ganz knapp nach dem Ausstieg eine fiese Stufe. Zwar gibt es eine Linie, aber wenn man die nicht genau trifft erwischt einen ein großer Rücklauf oder - noch schlimmer - man haut in die Felsen. Das Teil haben wir umtragen. Und danach legt der Noce noch einen Zahn zu. Zwar gibt es kaum Stellen, die schwerer als WW IV sind (ev. noch ein Plus), aber es gibt keine Pause. Das Ganze ist noch gerade auf Sicht zu fahren, ein oder zweimal sind wir zum Scouten raus - Norwegenfeeling, nur wärmer. Auf dem Stück hatten wir dann wieder einen Schwimmer, diesmal dauerte es aber bis wir das Boot hatten.

In den Folgetagen hatten wir eher mehr Wasser, damit stellte sich die Frage: was paddeln? Die untere Standardstrecke sollte laut Beschreibung noch etwas schwerer sein, die Nebenbäche waren nach Besichtigung auch keine Alternative. Wir sind dann das obere Stück noch zweimal bis zur Slalomstrecke gefahren und dann nach Österreich, Kärnten umgesetzt. Als mögliche Bäche kamen Drau, Gail und Möll in Frage, die Isel hatte laut Internet Megahochwasser. Wir sind dann die Gail ab Birnbaum gefahren. Wunderschönes Wildwasser, nur die Bremsenplage war ätzend. Auf der Drau sind wir die Dolomitenmannstecke (durch Lienz) gefahren. Ein feines WW im dritten Schwierigkeitsgrad. Uli und Hubertus sind am nächsten Tag nochmal die Gail gepaddelt, für Fam. Wagner ging es aber Richtung Süden ans Meer, bzw. zum Drachenfliegen.


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